Seltene Woerter

Eine Sprache verändert sich stetig. Neue Wörter kommen hinzu – man denke da an die Jugendsprache – andere benutzt man nicht mehr. Oft gehen Nomen verloren, da sich die Technik weiter entwickelt hat, und man den Begriff schlicht nicht mehr braucht, z. B. die Wählscheibe. Andere Gründe für den Verlust von Wörtern sind gesellschaftliche oder politische Veränderungen sowie Ersatz durch Anglizismen (eingedeutschte englische Wörter), z. B. Verkaufsschlager > Bestseller. Verben und Adjektive gehen weniger verloren.

In der Folge eine kleine Auswahl an selten gewordenen, veralteten Wörtern. Was mir aufgefallen ist: Oft benutzen wir Schweizer diese Wörter nach wie vor täglich in der gesprochenen und deshalb natürlich auch in der geschriebenen Sprache.

Bandsalat – verheddertes Magnetband (wie oft haben Sie mit einem Bleistift den Bandsalat wieder in Ordnung gebracht?)

Base – Cousine (auch Kusine)

bauchpinseln – loben, schmeicheln

delikat – zart, heikel

dereinst – irgendwann in der Zukunft

dünken – scheinen, es scheint so

feilbieten – günstig zum Verkauf anbieten, anpreisen

Flegeljahre – Pubertät

sich gebärden – sich verhalten, sich benehmen

Gebaren – Verhalten, Auftreten

geloben – feierlich versprechen

genehm – willkommen, passend

hudeln – schlampig oder hektisch arbeiten

hurtig – schnell, flink, rasch

inbrünstig – innig, leidenschaftlich

Kleinod – wertvolle Kleinigkeit, Schmuckstück

Leibchen – Unterhemd

Lump – Mensch mit schlechtem Charakter

neckisch – flott, frech

raunzen – murren

unbedarft – naiv, unerfahren

zetern – schimpfen

zotig – unanständig, derb, vulgär


Quelle:

PONS Band 3, Perfektes Deutsch; Auflage A1 2012; PONS GmbH, Stuttgart, S. 538