Ideen suchen und finden

Als Texterin werde ich immer wieder angefragt, ob ich einen etwas anderen Text schreiben kann zu einem Thema oder einer Firma. Mein Ziel ist es ganz besonders in solchen Texten, beim Leser/bei der Leserin Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Damit dies gelingt, muss ich zuerst passende Bilder finden.

Bereits zu Hause sowie auf dem Weg ins Büro, den ich zu Fuss gehe, stelle ich mich auf die Ideensuche ein. Ich überlege mir noch keine konkreten Ideen –  da ich sie nicht aufschreiben kann, wären sie verloren. Aber ich stelle mir die Firma vor, das Thema, die Situation. Zudem trinke ich keinen Kaffee – erfahrungsgemäss fliessen die Ideen einfacher, wenn ich leicht müde bin. Wahrscheinlich funkt mir dann der Verstand weniger hinein.

Im Büro benutze ich ein Flip-Chart-Blatt an der Tafel, oft auch zwei nebeneinander, damit die ganze Tafel abgedeckt ist. Ich stellte fest, dass ich leichter mit dem Querformat als mit dem Hochformat arbeite. Lustigerweise sprudeln meine Gedanken und Ideen ungehemmter, wenn ich meine Schuhe ausziehe, im Sommer sogar die Socken – falls ich überhaupt welche trage. Die Türe schliesse ich, schalte den "nicht-stören-Modus" im Handy ein und beende das Outlook-Programm, da mich jedes "Ping" aus den Ideen wirft.

In die Mitte des Blattes schreibe ich ganz banal das Thema, anschliessend darum herum, manchmal besser, manchmal schlechter geordnet, alles, was mir dazu einfällt. Sobald ich anfange, strömen die Ideen, Ich hüpfe zwischen den Strängen hin- und her. Manchmal kennzeichne ich ähnliche Dinge mit Farben, oder ich verbinde sie mit Pfeilen. Obwohl ich nicht sonderlich gut zeichnen kann, skizziere ich ab und zu eine Idee mit Strichmännchen und -Zeichnungen.

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Sobald ich ins Stocken gerate, trete ich einen Schritt zurück, schaue aus der Adlerperspektive auf die Ideensammlung und schon geht es weiter. Zwischen 15 und 30 Minuten benötige ich für die Ideensammlung, bei der ich bewusst den Verstand ausschalte.

Erst im zweiten Schritt bewerte ich die einzelnen Einfälle, arbeite wiederum mit Farben, Umrahmungen, Pfeilen und Strichen, oder ich übertrage die Resultate direkt mit der Bewertung in ein Text-Dokument.

Ich machte die Erfahrung, dass meine Kreativität am besten fliesst, wenn ich mich innerhalb vorgegebener Leitplanken bewegen kann. Eine zu starke Begrenzung, aber auch ein komplett offenes Feld blockieren meine kreativen Ideen. Ich finde es spannend, Themen von einer anderen Seite zu beleuchten und meinen KundInnen Textbilder vorzulegen, die sie nicht erwarten. In der Regel schlage ich meinem Kunden/meiner Kundin deshalb zuerst die Idee vor, ob sie sich einen Text mit diesem Bild vorstellen können. Erst wenn sie ihr Einverständnis gegeben haben, setze ich die Idee in einen Text um.